Kapitel III: DIE BÜHNE - Ära des Mülls - Era of Junk (Long Poem). Mai Văn Phấn - Herausgeberin und Übersetzerin: Elvira Kujovic - Translated and Edited by: Elvira Kujovic - Chương III SÂN KHẤU, trường ca Thời tái chế - Elvira Kujovic dịch từ tiếng Anh

Mai Văn Phấn

Herausgeberin und Übersetzerin: Elvira Kujovic

Translated and Edited by: Elvira Kujovic

Dịch từ tiếng Anh và biên tập: Elvira Kujovic





Book's cover of Shaker Media GmbH





Ära des Mülls - Era of Junk

(Long Poem)





Kapitel III: DIE BÜHNE



Szene 1

 

Ich träume von einer leeren Bühne, wo sich hinter den Kulissen die Stimmen erheben, wo sich jeder Zuschauer auf seine persönlichen Erfahrungen stützt, um die Bedeutung des Stückes zu bestimmen. Dieses Stück ist ein Treffen, eine innerparteiliche Reform, ein Seminar zur Verbreitung irgendeiner Resolution und zur Zuweisung von Aufgaben, ein Treffen um sich zu entscheiden, wer wie viel von einer Kürzung bekommt. Es ist eine öffentliche Anzeige, ein Tag an dem eine Entscheidung des Ausschusses verkündet wird. Ein Vortrag über die aktuellen Ereignisse. Eine Säuberung, eine Abrechnung, eine Begrüßungszeremonie für hochrangige Vertreter, eine Schicht des Notfallteams, das ist eine geheime Abstimmung.

 

In diesem Traum bleibt die Bühne leer. Die Stimmen die von den Seiten der Bühne kommen, sind für die Lautsprecher unverständlich und verheerend und von unten schweigen die Zuschauer für sich selbst.

 

Wieder hallt es von der Bühne zurück. Ein paar nachdrückliche Äußerungen sind zu hören, eine flehende Stimme, einige Argumenten, die Unruhe, die aufrichtigen Entschuldigungen. Jemand spricht einen Monolog in einem langen Satz, der so klingt als würde er niemals aufhören. Ein harter Gegenstand wird auf den Boden geworfen, es hört sich an sowie eine erhobene Stimme, die zu einem Satz gehört. Man hört das Geräusch einer geladenen Waffe, aber keinen Schuss. Das Schluchzen einer Frau, das zuvor noch nicht gehört worden ist, ein lauter, kreischender Schrei, ein Geräusch von Metall, ein Schlag auf jemanden, die zitternde Stimme eines Mannes.

 

Die Nachricht wird außerhalb der Bühne verbreitet. Jeder hat einen Konsens erreicht. Ein glänzender Erfolg. Ein Happy End.

 

 

 

 

Szene 2

 

Die Sitzreihen sind übersichtlich angeordnet. Jede Bank bietet Platz für drei Personen. Die feierliche Bühne hat ein Kulissenfeld, eine Blumenvase und Tischdecken. Der Vorsitzende freundlich und ordentlich gekleidet trägt einen ernsten Gesichtsausdruck. Nach einem Signal betreten alle still die Bühne. Sie setzen sich in Position, keiner berührt den anderen, alle nehmen eine aufrichtige, feierliche Haltung ein und starren geradeaus. Wenige Minuten nach dem Start schläft jemand ein. Man schaut sich im Spiegel um und formt die Augenbrauen. Man holt sein Ohrenschmalz heraus, neigt den Kopf nach hinten, der Mund steht offen. Jemand knackt mit den Fingerknöcheln und gibt die Geräusche von sich. Zwei Ellenbogen berühren sich und vielleicht möchten sie etwas zu einander sagen. Der Vorsitzende bittet alle darauf zu achten nicht miteinander zu reden. Er bittet darum keine SMS zu schreiben und ihre Telefone zum Schweigen zu bringen. Die Zuschauer protestieren. Einige von ihnen werfen unbekannte Gegenstände auf die Bühne, jemand murmelt, dass eine solche Szene von jedermann aufgeführt werden kann. Einige gehen hinaus, etwas knappes herausplatzend.

 

 

 

 

Szene 3

 

Bei einer traditionellen Operettenmelodie halten die Schauspieler ihre Füße seitlich und bewegen ihren ganzen Körper in einem Ruderrhythmus nach vorn und nach hinten. Das eingerichtete Boot schwimmt auf der Bühne. Die Schauspieler täuschen vor mit einem Ruder zu paddeln, zeigen auf das Wasser und singen. Während die Fische vorbeischwimmen und während die Schwalben wegfliegen, brechen sie in Tränen aus und wischen sich die Augen mit den Händen ab. Sie haben Mitleid mit den Fischen, die niemals groß wachsen werden und bereits jetzt an den Haken gebissen haben. Sie weinen über die Vögel, die gerade fliegen gelernt haben und die nie alt werden können, denn sie sind bereits in die Falle gefallen. Über die Lautsprecher erinnert das Organisationskomitee die Menschen daran, nicht zu emotional zu werden, denn das Stück hat noch einen langen Weg vor sich, bis es seinen intensivsten Höhepunkt erreicht. Der Veranstalter warnt davor, dass die Vorstellung nicht fortgesetzt wird wenn die Zuschauer zu aufgeregt sind!

 

 

 

 

Szene 4

 

Die Bühne ist zweigeteilt, eine Seite der Bühne repräsentierte die lebendige Welt, die andere die Welt der Toten. Die Schauspieler die die Seelen spielten, malten ihre Gesichter weiß an und diejenigen die die Lebenden spielten, malten ihre Gesichter rosa an. Einer der Schauspieler spielte eine Person die gerade gestorben ist. Als seine Beerdigung begann, trugen ihn die Leute von einer Seite der Bühne zur der anderen Seite. Nachdem sein Gesicht weiß gestrichen worden ist, schaute er in die Welt der Lebenden und brach plötzlich in den kalten Schweiß aus: Es gibt einfache Wahrheiten, die in dieser Welt schon viele Jahre residierten, so das er darauf immun geworden ist.

Dieser war ein vollkommen gerader Weg. Ein schlängelnder, ein im Zickzack verlaufender. Die Fußabdrücke der Verlorenen überschritten sich und löschten sich gegenseitig. Sie gingen weiter verloren und wurden dann von neuem gelöscht. Die Tyrannen der Unterdrückung haben die Revolution gestürzt. Die erfolgreichen Revolutionäre traten an um das Königreich zu regieren. Nach einiger Zeit wurden auch sie zu Diktatoren. Die Menschen mussten viele Leben opfern, um sich die Freiheit zu erkämpfen, aber sie vergaßen die Lektion aus der Vergangenheit – Die Freiheit zur Photosynthese, Die Freiheit zur Blüte, Die Freiheit die Früchte zu tragen.

 

 

 

 

Szene 5

 

Es handelt sich hier um ein mobiles Gericht um den Fall eines kaltblütigen zu Tode verurteilten zu hören. Das Gericht lässt ihn seine letzten Worte sprechen. Er erzählt, dass er in diesem Ort geboren wurde und dass er dort zur Schule ging. Das Leben hat ihn gelehrt, dass die Vernunft den Starken gehört. Er gibt auch zu, dass er bei der Begehung des Verbrechens der stärkste war. Plötzlich springt ein aufgeregter Zuschauer mit einer Sandale auf die Bühne. Das Sicherheitspersonal hält ihn fest und fordert ihn auf ruhig zu bleiben, denn das ist doch nur ein Theaterstück.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Schauspieler, der die Rolle des zu Tode verurteilten spielt, hinter die Bühne gegangen. Er wischte sein gesamtes Make-up ab und ging dann in einer anderen Richtung diskret nach Hause. Der emotionale Zuschauer ging ebenfalls nach Hause und nahm den gleichen Weg, den er zuvor gegangen war.

 

 

 

 

Begrüßung des Publikums

 

Während der Aufführung gibt es keine Musik und niemand singt. Alle Arten von Bühnenlichtern sind eingeschaltet. Alle Künstler gehen nacheinander mit einem ähnlichen Lächeln aus dem Saal und verneigen sich vor dem Publikum. Erst jetzt erkennen die Menschen jeden Schauspieler. Beifall dröhnt wie Donner und verlangsamt sich dann in Wellen. Die Wellen von dem Applaus bewegen sich ebenso wie die Schritte in einer Militärparade, die auf einem Platz zumarschierte. Der Burgunder-Vorhang schließt sich langsam.









Dichter, Übersetzer Elvira Kujović







Biografie von Elvira Kujović



Elvira Kujović ist zweisprachige Dichterin und Übersetzerin. Sie wurde 1961 in Serbien geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sie hat 8 Gedichtsammlungen und einen Roman veröffentlicht. Das erste Buch in deutscher Sprache »Ein Gedicht reitet auf meiner Brust« erschien 2016 in Berlin. Das zweite Buch in serbischer Sprache mit dem Titel „Ljubav i Strah“ erschien 2017 in Belgrad. Die Übersetzung in italienischer Sprache “L`Amore e la Paura” in Italien 2018. “The Last Coffee” wurde 2018 in den USA, Taiwan und der Türkei veröffentlicht. „Meine Augen schwimmen“ wurde im April 2019 in vietnamesischer Sprache in Hanoi veröffentlicht. “Two strings” zweisprachige Version in Englisch und Chinesisch wurde in Taiwan und in Mexiko im Jahr 2019 veröffentlicht. “Black Silk Veil” wurde 2019 in Istanbul, in drei Sprachen (Englisch, Türkisch, Deutsch veröffentlicht. “Poems” in Englisch, 2019 Niederlande "Der Hunger" in Mazedonisch, Mazedonien 2019 Der Roman „Celestes Tränen“ wurde zusammen mit dem deutschen Autor Ari Tur geschrieben und 2018 in Deutschland veröffentlicht. Ihre Bücher sind in 9 Sprachen übersetzt worden. Ihre Gedichte sind in 15 Sprachen übersetzt und in verschiedenen bedeutenden Weltanthologien veröffentlicht worden. Sie erhielt drei internationale Auszeichnungen in Italien und der Türkei. Ihre Gedichte werden monatlich in zahlreichen Literaturzeitschriften in verschiedenen Ländern veröffentlicht. Sie schreibt meist sozialkritische Gedichte.

 






Nội dung in trên bìa 4:


“Mai Van Phan hat ein fantastisches Werk mit allen literarischen und künstlerischen Merkmalen, als eine Einführung zum Überdauern und Wiederstehen aller nur erdenklichen Probleme geschaffen. Dieses ungewöhnlich geschriebene Buch, öffnet die geheime Türe einer Seele, die metaphorisch, ironisch, sarkastisch und traurig, ihre eigene Geschichte erzählt”

(Elvira Kujovic)


“Mai Văn Phấn đã tạo ra một tác phẩm có giá trị bằng những đặc trưng của nghệ thuật văn học. Nó tựa một luận đề về sức chịu đựng của con người, về khả năng phục hoạt quá khứ, tái tạo hiện tại và thấu thị tương lai trong biên độ tưởng tượng có thể. Cuốn sách được viết với một bút pháp dị thường đã mở ra cánh cửa bí mật của một tâm hồn, ẩn dụ và đắng cay, châm biếm và bi ai, câu chuyện của chính nhà thơ”

(Elvira Kujovic)




ENGLISH VERSION

 

 




BẢN TIẾNG VIỆT







Ära des Mülls
 - Era of Junk

Long Poem

von  Elvira Kujovic Hg. und Übersetzerin, Mai Văn Phấn Autor

10,90 €/13,70 SFr. ISBN 978-3-95631-772-9

126 Seiten. Deutsch. Paperback. 189 g. 18,5 x 11,5 cm

Printed in Germany.

ISBN 978-3-95631-772-9

 Shaker Media GmbH • Am Langen Graben 15a • 52353 Düren

Telefon: 02421 / 99 0 11 - 40 • Telefax: 02421 / 99 0 11 – 49








 

 

 

 

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